Wanderbericht Stadtbesichtigung Esslingen am 20. April 2008
Wanderführer: Günter Polanz

Bei strahlendem Sonnenschein wollten sich 34 Vereinsmitglieder des Albvereins, Ortsgruppe Kleinengstingen, die Stadtbesichtigung Esslingen nicht entgehen lassen. Nach der Einweisung am Treffpunkt Grundschule Kleinengstingen ging es in Fahrgemeinschaften auf die Strecke. Ohne Probleme erreichten sie die Stadtmitte und den Marktplatz der Neckarstadt. Die Stadtführerin war auf die Minute pünktlich und freute sich über die große Gruppe. Geschichte, Entstehung und Bedeutung der Stadt stellte sie vor. Sie sprach über die Bürger und ihr Verhältnis zu den verschiedenen Herrscherhäusern in Stuttgart und ganz viel erzählte sie über den seit Jahrhunderten wichtigsten Rohstoff der Stadt: den Wein. Vom Esslinger Eimer, einer niedlichen Umschreibung für ein 380 Liter-Fass, vom Raummaß für die Gewölbekeller, also nicht Kubikmeter, sondern Eimerfassungsvermögen und von der Zuteilung an täglicher Ration von 2 Liter Wein für jede Frau und Kind, weil das Wasser qualitativ unsauberer war als Wein. Frau Simone Paffrath, die Stadtführerin, machte an vielen Beispielen die hohe Bedeutung und den Reichtum der Stadt deutlich. Esslingen war der einzige Neckarübergang mit einer Brücke zwischen Stuttgart und Ulm, was seine Wichtigkeit an der Handelstraße von Paris nach Wien und Italien noch verstärkte. Die Stadt war einst vom Neckar durchflossen und mit dicken Stadtmauern nach außen gesichert. Aufgrund der Zunahme an Bevölkerung hatte Esslingen drei Vorstädte, die ebenfalls durch Mauern abgegrenzt waren. Wie Reutlingen auch war Esslingen freie Reichsstadt. Bei soviel Geschichte und Geschichten vom Wein hatten die Teilnehmer am Ende trockene Kehlen. Also ließen sich einige die Gelegenheit nicht entgehen bei dem strahlenden Sonnenschein den Nachmittag in einem Lokal bei Kaffee und Kuchen oder einem Viertele zu beschließen.